10.12.2009

VRR stellt innovatives Fahrzeugfinanzierungskonzept in den Wettbewerb




Der VRR führt ein Vergabeverfahren zur Beschaffung von Schienenpersonennahverkehrsdienstleistungen auf der Linie RB 47 (Solingen-Remscheid-Wuppertal) für den Zeitraum von 2012 bis 2032 durch. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt, bei dem der VRR zum ersten Mal sein neues Fahrzeug-finanzierungskonzept für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) optional zur Verfügung stellt.

Dieses Vergabeverfahren unterscheidet sich von den bislang bekannten SPNV-Vergaben durch eine gänzlich andere Art und Weise der Finanzierung der Fahrzeuge. Während bei klassischen SPNV-Vergaben die Eisenbahnverkehrsunternehmen die erforderlichen Fahrzeuge selbst finanzieren mussten, können sie beim VRR-Fahrzeugfinanzierungskonzept die Fahrzeuge im Ergebnis durch den VRR finanzieren lassen.

Der innovative Ansatz des VRR-Fahrzeugfinanzierungskonzeptes beruht darauf, dass der VRR die für den Betrieb der Linien erforderlichen Fahrzeuge über das Eisenbahnverkehrsunternehmen von einem Hersteller erwirbt, diese durch einen günstigen Kredit zu kommunalkreditähnlichen Konditionen finanziert und dem Eisenbahnverkehrsunternehmen anschließend verpachtet. Für die Eisenbahnverkehrsunternehmen hat dies zur Konsequenz, dass sie selbst die Finanzierung nicht mehr erbringen müssen. Insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Finanzkrise ermöglicht dies auch kleineren Eisenbahnverkehrsunternehmen, am Wettbewerb um die Vergabe des Auftrages teilzunehmen, obwohl sie selbst die Fahrzeuge für den Auftrag nicht finanzieren könnten. Durch das VRR-Fahrzeugfinanzierungskonzept wird daher der Wettbewerb erheblich gestärkt.

„Wir erwarten, dass das VRR-Fahrzeugfinanzierungskonzept zu einer Senkung der Kosten im SPNV führen wird“, erläutert Dr. Ute Jasper, Rechtsanwältin und Partnerin bei Heuking Kühn Lüer Wojtek. „Denn der VRR kann die Fahrzeuge zu günstigeren Konditionen finanzieren als ein privates Unternehmen.“

Als öffentlich-rechtliche Körperschaft erhält der VRR Darlehenskonditionen, die mit denen von Kommunalkrediten vergleichbar sind. Von dieser Kostensenkung würden auch die Fahrgäste profitieren, die über die Fahrgelder einen Teil dieser Kosten zu tragen haben. Gleichzeitig kommen den Fahrgästen die neuen Fahrzeuge zugute, die einen barrierefreien Einstieg ermöglichen.

Das VRR-Fahrzeugfinanzierungsmodell stellt nur eine Möglichkeit der in dem Vergabeverfahren zulässigen Fahrzeugfinanzierungen dar. Den Bietern ist unbenommen, auf klassischem Wege beispielsweise durch Kauf oder Leasing zu finanzieren. Bei der Angebotswertung wird lediglich berücksichtigt, welchen Preis pro gefahrenem Zugkilometer der VRR zu bezahlen hat. Den Zuschlag erhält dasjenige Angebot, das die Leistungen für den geringsten Zugkilometerpreis anbietet.

Bei der Erstellung des Fahrzeugfinanzierungskonzeptes und im Vergabeverfahren für die RB 47 wird der VRR von Dr. Ute Jasper sowie den Associates Dr. Kristina Neven-Daroussis und Dr. Gerd Viegener beraten.

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