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Rechtsberatung im Außenwirtschaftsrecht

Unsere außenwirtschaftsrechtliche Praxis deckt ein breites Feld an Rechtsgebieten ab. Hierzu zählen insbesondere das Zollrecht, die Exportkontrolle und Embargos, die Investitionskontrolle, das Außenwirtschaftsstrafrecht, das Anti-Geldwäscherecht, der Investitionsschutz und die außenwirtschaftsrechtliche Compliance.

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Komplexe nationale und internationale Vorschriften, die sich aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der weltweit bestehenden Konflikte stetig ändern, schränken den Außenhandel mit Deutschland und der Europäischen Union (EU) ein.

Eine Vielzahl nationaler, europäischer und internationaler Regularien verlangt den exportierenden ebenso wie den importierenden Unternehmen ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und interner Compliance ab. Zudem gewinnt die Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen zunehmend an Bedeutung.

Unsere Leistungen

Wir beraten nationale und internationale, mittelständische Unternehmen und Großkonzerne aus Industrie, Handel und Dienstleistung umfassend im Außenwirtschaftsrecht.

Exportkontrolle

Der in seinen Grundzügen freie Außenwirtschaftsverkehr wird durch komplexe nationale und internationale Vorschriften eingeschränkt, die aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und der weltweit bestehenden Konflikte stetigen Änderungen unterworfen sind. Restriktionen für den Export von Gütern (d.h. Waren, Dienstleistungen, Technologie und Software) können sich bereits aufgrund des Bestimmungslandes eines zu exportierenden Guts ergeben. Insbesondere durch die sog. Embargos ist der Handelsverkehr mit sanktionierten Ländern erheblich eingeschränkt. Neben dem Bestimmungsland ist der (End-)Empfänger eines Guts ein wichtiges Kriterium für die Ermittlung etwaiger Exportbeschränkungen. Mit den auf den sog. schwarzen Listen benannten Personen, Organisationen und Unternehmen dürfen regelmäßig keine Geschäfte getätigt werden. Zudem können sich Handelsbeschränkungen aufgrund des zu exportierenden Guts und dessen Verwendungszweck ergeben. So dürfen Rüstungsgüter und sog. Dual-Use-Güter (d.h. Güter, die sowohl für militärische als auch zivile Zwecke genutzt werden können) nur mit Zustimmung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) exportiert werden.    

Der wissenschaftliche und technologische Fortschritt sowie die Komplexität heutiger Lieferketten erschweren Unternehmen die Einhaltung nationaler und europäischer Handelsbeschränkungen. Im Falle von Verstößen gegen Exportbeschränkungen drohen nicht nur dem Handelnden, sondern auch der Geschäftsführung und dem Unternehmen selbst empfindliche Geld- und Haftstrafen. Verstöße gegen Exportvorschriften können nicht erst bei der physischen Ausfuhr eines Guts geschehen, sondern sich bereits im Falle des Abschlusses eines Liefervertrages realisieren. Die Exportkontrolle muss insofern bereits im Zeitpunkt der Vertragsanbahnung einsetzen und konstant im Rahmen einer Transaktion bis zu dessen vollständiger Abwicklung durchgeführt werden.

Wir verfügen über langjährige Erfahrung bei der praxisnahen Beratung im Exportkontrollrecht und unterstützen unsere Mandanten

  • bei der Prüfung von geplanten Exportvorhaben nach deutschem und europäischem Exportkontrollrecht,
  • bei der Durchführung von Sanktionlisten-Screenings,
  • bei der Aufarbeitung von Verstößen gegen das Exportkontrollrecht,
  • bei der Beantragung von Verbringungs- sowie Ausfuhrgenehmigungen, Nullbescheiden und Auskünften zur Güterliste beim BAFA und dem Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz,
  • bei der sonstigen Kommunikation mit den Zollbehörden, dem BAFA sowie dem Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz,
  • bei der Identifizierung von Haftungsrisiken aufgrund exportrechtlicher Verstöße im Rahmen von Unternehmenskäufen und -zusammenschlüssen,
  • beim gerichtlichen und außergerichtlichen Vorgehen gegen verhängte Ausfuhrbeschränkungen,
  • bei der Vertragsgestaltung zur präventiven Vermeidung von Exportrechtsverstößen sowie
  • bei der Strukturierung internationaler Lieferketten in Zusammenarbeit mit unseren Partnerkanzleien im Ausland.
Anna Coenen
Sonja Groht
Michael Kreisler, LL.M.
Wolfram Meven

Investitionskontrolle

Erwirbt ein ausländischer Investor ein deutsches Unternehmen, muss der Investor den Erwerb dem Bundeswirtschaftsministerium melden, sofern das Unternehmen in bestimmten sicherheitsrelevanten Wirtschaftsbereichen tätig ist.

Die Meldepflicht besteht auch bei dem Erwerb von Unternehmensbeteiligungen ab 10% bzw. 20% der Stimmrechte (je nach Wirtschaftsbereich) sowie bei Asset Deals. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der Erwerb unmittelbar durch einen ausländischen Investor oder mittelbar (beispielsweise durch eine deutsche oder unionsansässige Tochtergesellschaft) erfolgt. Entscheidend ist, ob ein ausländischer Investor unmittelbar oder mittelbar zu mindestens 10% bzw. 20% der Stimmreche an dem Erwerber beteiligt ist.

Die sicherheitsrelevanten Wirtschaftsbereiche sind in einer Liste, die regelmäßig aktualisiert wird, festgehalten. Hierzu gehören beispielsweise bestimmte Unternehmen aus den Bereichen der Rüstungsindustrie, der kritischen Infrastruktur (Energie, Wasser, Ernährung, IT/Telekommunikation, Gesundheit, Finanz-/Versicherungswesen, Transport/Verkehr), der Medienwirtschaft, der Healthcare-/Pharmabranche, der Künstlichen Intelligenz, des autonomen Fahrens/Fliegens, der Robotik, der Halbleiterindustrie, der Rohstoffgewinnung oder der Landwirtschaft.

Wird ein meldepflichtiger Erwerb nicht gemeldet, ist der Erwerb bis zur Freigabe schwebend unwirksam. Zudem ist die Ausübung von Stimmrechten sowie der Austausch bestimmter unternehmensbezogener Informationen (auch schon in der Due Diligence-Phase) bis zur Freigabe untersagt. Verstöße sind straf- und bußgeldbewährt und können mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe oder mit Bußgeldern bis zu EUR 500.000,00 geahndet werden.

Zudem ist das Bundeswirtschaftsministerium berechtigt, auch nicht-meldepflichtige Erwerbe von sich aus aufzugreifen und zu prüfen, wenn der ausländische Erwerber mindestens 25% der Stimmrechte erwirbt. Diese Berechtigung besteht für fünf Jahre ab dem Abschluss des schuldrechtlichen Erwerbsvertrags (Signing). Um dieses Damoklesschwert zu vermeiden und Transaktionssicherheit zu erzielen, kann der Erwerber eine Unbedenklichkeitsbescheinigung beim Bundeswirtschaftsministerium beantragen.

Kommt das Bundeswirtschaftsministerium zu der Auffassung, dass ein bestimmter Erwerb die öffentliche Ordnung oder Sicherheit beeinträchtigt, kann es den Erwerb untersagen, bestimmte Auflagen erlassen oder einen öffentlich-rechtlichen Vertrag verhandeln, um die Sicherheitsbedenken auszuräumen. Die Untersagung oder Beschränkung der Transaktion kann auch nach dem Vollzug des Erwerbs (Closing) erfolgen.
Erwerbe ausländischer Investoren sollten daher sorgfältig und vorausschauend geplant werden. Investoren müssen insbesondere die Meldepflichten beachten und die Dauer etwaiger Prüfverfahren bei dem Timing der Transaktion berücksichtigen. 

Wir verfügen über langjährige Erfahrung bei der Begleitung von Investitionskontrollverfahren und haben vielzählige Mandanten erfolgreich bei der Freigabe von geplanten Erwerben begleitet. Dabei verfügen wir durch die zahlreichen Verfahren über gute Kontakte zu den relevanten Entscheidern im Bundeswirtschaftsministerium und können viele Fragen auch informell klären. Wir unterstützen unsere Mandanten insbesondere 

  • bei der Prüfung, ob eine Meldepflicht für den geplanten Erwerb besteht, 
  • bei der Meldung von Erwerben,
  • bei der Beantragung von Unbedenklichkeitsbescheinigungen für Erwerbe,
  • bei der Begleitung von eröffneten Investitionsprüfverfahren,
  • bei der Teilnahme an Anhörungen sowie
  • bei der Verhandlung von öffentlich-rechtlichen Erwerbsverträgen.
Bodo Dehne
Michael Kreisler, LL.M.
Dr. Katharina Prasuhn
Dr. Christoph Schork, LL.M.
Dr. Frederik Wiemer

Zollrecht / Einfuhrumsatzsteuer / Verbrauchsteuern

Der Im- und Export werden durch das Zollrecht reguliert. Der bekannte Teil des Zollrechts sind die Einfuhrabgaben. Hierzu gehören die klassischen Zölle auf Einfuhren, die Einfuhrumsatzsteuer, Verbrauchsteuern sowie sonstigen Abgaben insbesondere auf landwirtschaftliche Produkte und Anti-Dumping-Zuschläge.

  • Zoll
    Die Zölle im klassischen Sinne betreffen eingeführte Waren und sollen die Produzenten in der EU gegen günstige Waren aus Drittländern schützen.
  • Einfuhrumsatzsteuer
    Die Einfuhrumsatzsteuer wird neben den Zöllen und den besonderen Verbrauchsteuern bei der Einfuhr von Waren aus Drittländern durch die deutsche Zollverwaltung erhoben. Die Einfuhrumsatzsteuer entspricht der Umsatzsteuer, die beim Verbrauch oder Verkauf von Waren und bei der Erbringung von Dienstleistungen im Inland bzw. bei Lieferungen innerhalb der EU anfällt.
  • Verbrauchsteuern
    Ebenso werden durch die deutsche Zollverwaltung Verbrauchsteuern auf Alkohol, Mineralöl, Tabakwaren, Kaffee, etc. erhoben, damit diese Waren gleichermaßen belastet sind wie Waren innerhalb der EU.
  • Anti-Dumping-Zuschläge
    Anti-Dumping-Maßnahmen sind ein Instrument zum Schutz der eigenen Industrie in der EU im internationalen Handel gegen unfaire Handelspraktiken dritter Staaten.
  • Einen weiteren Aspekt des Zollrechts stellt die Überwachung von Einfuhren dar, sofern für die Waren Einfuhrgenehmigungen erforderlich sind.
  • Spiegelbildlich hierzu gehört auch die Überwachung der Ausfuhren zum Zollrecht. Zum einen sind die Ausfuhren grundsätzlich anzumelden und zum anderen prüft und überwacht der Zoll, ob notwendige Ausfuhrgenehmigungen vorliegen oder ob eine Ausfuhr untersagt ist. Auf diese Weise wird insbesondere die Einhaltung von Verboten und Beschränkungen im Außenwirtschaftsverkehr, zum Beispiel Embargos, Dual-Use-Ware, überwacht. 
  • Ebenso überwacht der Zoll den Bargeldverkehr über die Grenze.

Wir beraten und unterstützen unsere Mandanten unter anderem

  • bei der Beantragung zollrechtlichen Bewilligungen und Vereinfachungen,
  • bei der Abwehr der Nacherhebung von Einfuhrabgaben (Zoll, Verbrauchsteuern etc.),
  • im Verfahren um Erlass und Erstattung von Einfuhrabgaben,
  • bei der Prüfung von Bescheiden, in Erlass- und Erstattungsverfahren sowie Nacherhebungs- und Rechtsbehelfsverfahren,
  • beim Umgang mit den Behörden und der Erfüllung von Förmlichkeiten,
  • im Zusammenhang mit Anti-Dumping-Maßnahmen,
  • bei der Begleitung von zollrechtlichen Prüfungen wie bspw. Außenwirtschaftsprüfungen oder Betriebsprüfungen,
  • bei der Durchsetzung zivilrechtlicher Schadensersatz- und Amtshaftungsansprüche sowie
  • in Fällen der Grenzbeschlagnahme.
Wolfram Meven

AWV-Meldepflichten

Wenn Unternehmen international tätig sind, haben sie die in der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) normierten Meldepflichten zu beachten. Gemäß §§ 63 ff. AWV müssen in turnusgemäßen Abständen Zahlungsmeldungen, Bestandsmeldungen und Vermögensmeldungen zum Zwecke der Erstellung der Zahlungsbilanz für die Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Deutschen Bundesbank abgegeben werden. Sowohl die Deutsche Bundesbank als auch die Zollbehörden überprüfen regelmäßig und branchenunabhängig, ob Unternehmen und Banken ihren Meldepflichten im Außenwirtschaftsverkehr nachkommen.

Inkorrekte, unvollständige oder verspätet eingereichte Meldungen stellen Verstöße gegen die AWV dar. Gemäß § 19 Abs. 6 AWG können die zuständigen Zollbehörden jeden Verstoß mit einem Bußgeld von bis zu EUR 30.000.00 ahnden. Darüber hinaus kann auch gegen die Verantwortlichen des Unternehmens ein Bußgeldverfahren wegen einer möglichen Aufsichtspflichtverletzung nach § 130 Abs. 1 OWiG im Zusammenhang mit Verstößen gegen außenwirtschaftsrechtliche Gesetze eingeleitet werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, gegen das betroffene Unternehmen selbst eine Verbandsgeldbuße i.S. des § 30 OWiG zu verhängen.

Einen Weg zurück in die Legalität bietet die Möglichkeit der Selbstanzeige nach § 22 Abs. 4 AWG. Eine solche hat unter bestimmten Voraussetzungen strafbefreiende Wirkung.

Wir beraten und unterstützen unsere Mandanten

  • zu den regulatorischen Anforderungen meldepflichtiger Sachverhalte im Zahlungs- und Kapitalverkehr,
  • bei der Identifizierung meldepflichtiger Sachverhalte,
  • bei der Vorbereitung von Nachmeldungen,
  • bei der Erstattung einer strafbefreienden Selbstanzeige sowie
  • bei der Optimierung von Meldeprozessen.
    Anna Coenen
    Michael Kreisler, LL.M.

    Außenwirtschaftsstrafrecht

    Aufgrund der Exportstärke aber auch Exportabhängigkeit der deutschen Wirtschaft sind Schwerpunkt der Tätigkeit des Zollfahndungsdienstes die Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Außenwirtschaftsrecht. Das Außenwirtschaftsrecht gibt den Rechtsrahmen für den internationalen Handel mit Unternehmen in Deutschland vor.

    Verstöße gegen das Außenwirtschaftsrecht sind insbesondere im Außenwirtschaftsgesetz als Spezialmaterie geregelt: Diese wird durch die allgemeinen straf- und ordnungswidrigkeitsrechtlichen Normen und durch weitere spezialgesetzliche Regelungen – wie etwa das Kriegswaffenkontrollrechts – ergänzt. Durch die sich stets verändernde weltpolitische Lage müssen Unternehmen in diesem Bereich besonders aufmerksam sein. Hinzu kommen der schnelle wissenschaftliche und technologische Fortschritt und die Komplexität heutiger Lieferketten. Unternehmen müssen sicherstellen und entsprechende Vorkehrungen treffen, dass die sich daran anknüpfenden Vorgaben der nationalen und europäischen Handelsbeschränkungen stets eingehalten werden.

    Zu unseren Beratungsschwerpunkten zählen in diesem Bereich

    • die Begleitung von Durchsuchungen,
    • die Beratung und Verteidigung von Individualpersonen und Unternehmen in Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren,
    • die Begutachtung kritischer Sachverhalte sowie
    • die Begleitung bei der Durchführung unterschiedlicher Vorhaben im Hinblick auf straf- und aufsichtsrechtliche Risiken.
    Anna Coenen
    Wolfram Meven

    Investitionsschutz

    Zur Verfolgung von Geschäftsmöglichkeiten investieren deutsche Unternehmen häufig unmittelbar im Ausland. Auslandsinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) weisen ein erhöhtes Risikoprofil auf, da sie durch Gesetzesänderungen, Widerruf von Verwaltungsakten oder anderer Maßnahmen der Verwaltung oder der Gerichtsbarkeit des ausländischen Staates gefährdet werden können.

    Auslandsinvestitionen sollten daher nicht ohne eine investionsschutzrechtliche Beratung erfolgen. Denn durch die richtige Strukturierung können Risiken aufgrund unterschiedlicher Schutzstandards minimiert bzw. kann ein besserer Investitionsschutz gesichert werden.

    Deutschland hat seit 1959 mehr als 130 bilaterale Investitionsschutzverträge sowie zahlreiche multilaterale Verträge abgeschlossen. Weltweit gibt es ungefähr 3.000 bi- und multilaterale Investitionsförderungs- und -schutzverträge (Investitionsschutzverträge). 

    In der Regel enthalten Investitionsschutzverträge folgende Schutzstandards:

    • Schutz gegen Enteignung ohne Entschädigung,
    • Gerechte und billige Behandlung (fair and equitable treatment, FET),
    • voller Schutz und Sicherheit (full protection and security),
    • Meistbegünstigung (most favoured nation treatment, MFN),
    • Inländerbehandlung (Schutz vor Diskriminierung),
    • Schutz gegen den Bruch staatlicher Zusagen („Umbrella"-clause),
    • uneingeschränkter Transfer von Kapital und Erträgen.

    Die EU hat in den letzten Jahren ferner mehrere Freihandelsabkommen mit Investitionsschutz abgeschlossen, zB das EU-UK Handels- und Kooperationsabkommen und das europäisch-kanadische Abkommen CETA sowie die flankierend zu den Freihandelsverträgen mit Singapur, Vietnam und Mexiko vereinbarten Investitionsschutzverträge. Weitere Abkommen werden derzeit verhandelt. 

    Nachdem der EuGH im sog. Achmea-Urteil sog. Intra-EU-Investitionsschutzabkommen für europarechtswidrig und unwirksam gehalten hat, haben 23 Mitgliedsstaaten durch ein sog. Beendigungsabkommen vom 5. Mai 2020 zwischen ihnen bestehende sog. Intra-EU-Investitionsschutzabkommen inzwischen beendet. Hierdurch wurden auch 13 von Deutschland abgeschlossene Investitionsschutzverträge beendet.

    Wir verfügen über die notwendige Expertise und beraten unsere Mandanten bei der 

    • Ermittlung des einer Investition zustehenden internationalen Investitionsschutzes
    • Optimierung des Investitionsschutzes für Investitionsvorhaben sowie existente Investitionen
    • Begutachtung potenzieller investitionsschutzrechtlicher Ansprüche gegen Gaststaaten 
    • Vertretung gegenüber Gaststaaten zur Durchsetzung investitionsschutzrechtlicher Ansprüche
    • Vertretung in Investitionsschutzschiedsverfahren
    • Vertretung bei der Vollstreckung von Schiedssprüchen
    Dr. Elke Umbeck
    Dr. Jonas Pust

    Compliance

    Die rechtlichen Anforderungen im Wirtschaftsleben sind immens. Eine individuelle, unternehmensgerechte Compliance-Kultur sowie konkrete Konzepte und Strukturen zur Vermeidung rechtlicher Fehler minimieren die Risiken der Geschäftsführung, insbesondere im Außenhandel erheblich. Wir beraten privatwirtschaftliche und öffentliche Unternehmen, Kommunen und Institutionen sowie Vorstände, Geschäftsführer, Aufsichtsräte und andere Führungspersonen umfassend zu allen Aspekten der Compliance.

    Wir beraten und unterstützen unsere Mandanten unter anderem bei

    • der Einführung und Optimierung von Compliance Management Systemen zur Verhinderung von Haftungsrisiken und Schäden,
    • der Implementierung von Hinweisgebersystemen,
    • der Durchführung von Compliance monitorship oder Compliance supervision und
    • führen im Verdachtsfall oder parallel zu behördlichen Verfahren interne Ermittlungen (internal investigations) durch.
    Anna Coenen
    Sonja Groht
    Michael Kreisler, LL.M.
    Wolfram Meven

    Aktuelles

    Russlandsanktionen

    Am 24. Februar 2022 startete der völkerrechtswidrige Angriff der Russischen Föderation auf die Ukraine. Die Regierungen vieler Staaten sowie die EU haben das Vorgehen der Russischen Föderation scharf verurteilt und die bestehenden Sanktionen gegen die Russische Föderation bereits mehrfach verschärft. Seit Februar hat die EU sechs Sanktionspakete gegen Russland erlassen, die u.a. gezielte restriktive Maßnahmen gegen Einzelpersonen (individuelle Sanktionen), Wirtschaftssanktionen, Schranken für den Güterverkehr und -handel mit russischen Personen und Unternehmen sowie diplomatische Maßnahmen beinhalten. Ergänzend hierzu hat die EU als Reaktion auf die Beteiligung an der Invasion der Ukraine Sanktionen gegen Belarus verhängt.

    Die gegen die Russische Föderation verhängten Sanktionen stellen europäische Unternehmen vor zahlreiche Herausforderungen. Da bislang kein Totalembargo gegen die Russische Föderation in Kraft ist, das jeglichen Handel mit Russland untersagen würde, müssen europäische Unternehmen ihre russischen Geschäftspartner und Transaktionen mit Russland auf die Vereinbarkeit mit den sich stetig ändernden Sanktionen gegen die Russische Föderation überprüfen.

    Zu den von der EU veranlassten Maßnahmen zählen unter anderem:

    • Beschränkung des Verkaufs/Exports von zahlreichen Gütern nach Russland/Belarus (insbesondere Hightech-Produkte, Dual-Use-Güter, Software, Güter für die Erdölraffination und Luft- und Raumfahrtindustrie, Luxusgüter)
    • Beschränkung des Imports verschiedener Güter aus Russland/Belarus (z.B. Holz, Düngemittel)
    • Zahlreiche natürliche Personen und Organisationen sind persönlich sanktioniert: Deren Vermögen sind eingefroren und ihnen dürfen weder Gelder noch wirtschaftliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

    Weitere Informationen zu den einzelnen Sanktionspaketen der EU erhalten Sie hier:

    1. Sanktionspaket vom 23. Februar 2022

    2. Sanktionspaket vom 25. Februar 2022

    3. Sanktionspaket vom 28. Februar 2022

    4. Sanktionspaket 15. März 2022

    5. Sanktionspaket 08. April 2022

    6. Sanktionspaket 03. Juni 2022

    Die genannten EU-Verordnungen gelten in Deutschland unmittelbar. Die Durchsetzung der Sanktionen scheitert aber oftmals an fehlenden Zuständigkeitsregelungen, einer unzureichenden digitalen Vernetzung der zuständigen Behörden sowie fehlenden Eingriffsbefugnissen. Beispielsweise fehlte bei Sachverhalten mit Sanktions- und Embargobezug bislang die Möglichkeit, Vermögen zu ermitteln und Vermögensgegenstände bis zur Aufklärung der Eigentumsverhältnisse sicherzustellen. Ferner konnten sanktionierte Personen ihre wirtschaftlichen Ressourcen wie etwa Immobilien und Fahrzeuge weiterhin nutzen. Lediglich ihre Gelder, insb. auf Bankkonten, wurden „eingefroren“. Hier soll das erste Gesetz zur effektiveren Durchsetzung von Sanktionen (SDG I), das am 28. Mai 2022 in Kraft getreten ist, Abhilfe verschaffen.

    Weiter Informationen zum SDG I finden Sie hier. Besuchen Sie für weitere Informationen auch die Seite unseres Russian Desks.

    Veröffentlichungen/ Meldungen (Auswahl)

    weitere Veröffentlichungen

    Vorträge (Auswahl)

    • Meldepflichten im Außenwirtschaftsrecht – Theorie und Praxis, In-house-Vortrag (Mandant) für Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung, März 2022, von Anna Coenen
    • Die Selbstanzeige im Außenwirtschaftsrecht – Goldene Brücke in die Legalität?, Compliance-Frühstück, HKLW, 13. September 2017, von Anna Coenen
    • Nachmeldung von Zahlungen und Forderungen/Verbindlichkeiten gemäß der AWV,  In-house-Vortrag (Mandant) für Mitarbeiter der Finanzbuchhaltung, September 2016, von Anna Coenen

    Auszeichnungen (Auswahl)

    Juve Handbuch Steuern 2022
    Juve Handbuch Steuern 2021
    Juve Handbuch Steuern 2018

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